Im EU Parlament 2019

Realschüler tauchen in die deutsch-französische Geschichte ein.

Anlässlich der alljährlichen Studienfahrt der Realschule Alpirsbach verbrachten die zehnten Klassen mit ihren Begleitlehrern vier Tage im französischen Verdun. Ziel war es, in die deutsch-französische Geschichte vor und nach den beiden Weltkriegen einzutauchen.

Auf der Hinfahrt in die ehemalige Frontstadt Verdun wurden bereits zwei Haltepunkte der Reise angefahren: Das Mémorial de l’Alsace-Moselle, ein Museum, in dem die wechselvolle Historie des Gebietes multimedial aufbereitet ist, sowie das Werk „Four à Chaux“ in Lembach, welches Teil der berühmten Maginot-Linie war.

Am Tag darauf stand der Besuch des Schlachtfelds von Verdun an. Das neu eingerichtete Museum „Mémorial de Verdun“ beeindruckte durch zahlreiche Exponate, Bilder, Film- und Tonaufnahmen. Im Anschluss besuchten die Schüler den deutschen Soldatenfriedhof in Consenvoye. Während des Aufenthalts putzten sie die Gräber und  unterstützten so die Arbeit des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Der Tag endete mit einer Führung auf dem in Europa größten amerikanischen Soldatenfriedhof in Montfaucon.

Am darauffolgenden Tag stand der Besuch des Schlachtfelds auf den Anhöhen vor Verdun auf dem Besucherprogramm. Auf diesen fand im Jahr 1916 die 300 Tage andauernde Schlacht, die sogenannte „Hölle von Verdun“ statt. Dabei wurden ganze Dörfer für immer vernichtet. Über das Gelände des zerstörten Dorfes Fleury führte die Fahrt dann zum Beinhaus von Douaumont, in welchem die Skelette von circa 130 000 unbekannten deutschen und französischen Soldaten aufbewahrt werden. Das von Deutschen und Franzosen hart umkämpfte Fort Douaumont gab anschließend einen Einblick in das Festungsleben im Ersten Weltkrieg.

Am späten Nachmittag stand die Zitadelle von Verdun auf dem Programm der Schüler. Von dort aus wurde die Gegenoffensive der französischen Streitkräfte organisiert. Abgerundet wurde die Fahrt am letzten Tag mit dem Besuch des Europaparlaments in Straßburg. Von der Besuchertribüne des Plenarsaals erlebten die Schüler, wie die Parlamentarier debattierten und über verschiedene Eingaben abstimmten.

Die Schüler erlebten in diesen vier Tagen „Geschichte zum Anfassen“. Erklärte Absicht war es, den Jugendlichen nicht nur die Schrecken der Weltkriege vor Augen zu führen, sondern auch die Wichtigkeit eines friedlichen und vereinten Europas.